Zum Inhalt springen
Pflegevorsorge Deutschland
GrundlagenAktualisiert am 7 Min. Lesezeit

Was kostet ein Pflegeheim? Die Kosten im Überblick

Ein Heimplatz kostet im Schnitt rund 5.770 € im Monat — doch was zahlt die Pflegekasse, was bleibt bei dir? Ehrlich aufgeschlüsselt, mit aktuellen Zahlen.

Von Jonas Meng · fachlich geprüft von Robin Werner

„Was kostet ein Pflegeheim eigentlich?” ist eine der ersten Fragen, wenn Pflege zum Thema wird. Ein vollstationärer Heimplatz kostet in Deutschland im Bundesdurchschnitt rund 5.770 € im Monat. Für deine Planung zählt aber vor allem: Was davon zahlt die Pflegekasse — und was bleibt bei dir?

Woraus sich die Heimkosten zusammensetzen

Hinter dem Heimpreis stecken vier einzelne Posten:

  1. Pflegekosten — die eigentliche pflegerische Versorgung.
  2. Unterkunft und Verpflegung — „Hotelkosten” für Zimmer und Essen.
  3. Investitionskosten — Anteil für Gebäude, Ausstattung und Instandhaltung.
  4. Ausbildungsumlage — ein kleiner Beitrag zur Finanzierung der Pflegeausbildung.

Nur beim ersten Posten, den reinen Pflegekosten, hilft die Pflegekasse. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten trägst du immer selbst, egal welchen Pflegegrad du hast.

So teilt sich der Bundesdurchschnitt zum 1. Juli 2026 auf:

BestandteilBetrag / Monat
Pflegekosten inklusive Ausbildungsumlage2.088 €
Unterkunft und Verpflegung1.068 €
Investitionskosten521 €
Zuschuss der Pflegekasse (Pflegegrad 5)2.096 €
Heimplatz gesamt5.773 €

Was die Pflegekasse dazuzahlt

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt bei vollstationärer Pflege einen festen Zuschuss je Pflegegrad (Stand 2026):

PflegegradZuschuss der Pflegekasse / Monat
Pflegegrad 2805 €
Pflegegrad 31.319 €
Pflegegrad 41.855 €
Pflegegrad 52.096 €

Diese Beträge sind gedeckelt — sie steigen nicht mit, wenn das Heim teurer wird. Was darüber hinausgeht, ist dein Eigenanteil.

Was wirklich bei dir bleibt

Rechnet man Kosten und Zuschuss gegeneinander, bleibt ein erheblicher Eigenanteil. Im ersten Jahr im Pflegeheim liegt er im Bundesdurchschnitt bei 3.364 € pro Monat (Stand 1. Juli 2026).

Ein Teil davon, der sogenannte einrichtungseinheitliche Eigenanteil für die Pflege, wird mit längerer Verweildauer durch gesetzliche Zuschläge kleiner: 15 % im ersten Jahr, gestaffelt bis 75 % ab dem vierten Jahr. Die „Hotelkosten” und Investitionskosten bleiben davon aber unberührt:

AufenthaltsdauerDein Eigenanteil / Monat
Im 1. Jahr3.364 €
Ab dem 2. Jahr3.051 €
Ab dem 3. Jahr2.633 €
Ab dem 4. Jahr2.111 €

Unterm Strich reden wir also über einen vierstelligen Betrag Monat für Monat, der dauerhaft aus Rente, Ersparnissen oder Vermögen kommen muss. Günstig wird er mit den Jahren trotzdem nicht: Binnen eines Jahres ist er im ersten Aufenthaltsjahr um 256 € gestiegen, weil die Heimkosten schneller wachsen als die Zuschläge entlasten.

Wie groß diese Differenz genau ist und warum die gesetzliche Absicherung bewusst nur eine Teilkasko ist, erklären wir ausführlich in Die Pflegelücke einfach erklärt.

Große regionale Unterschiede

Der Eigenanteil schwankt stark nach Bundesland: Am teuersten ist das erste Heimjahr in Bremen mit 3.761 € und im Saarland mit 3.695 €, am günstigsten in Sachsen-Anhalt mit 2.891 € — dem einzigen Land unter der 3.000-€-Marke. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Land liegen also 870 € im Monat. Es lohnt sich, mit den Zahlen für die eigene Region zu rechnen statt mit dem Bundesdurchschnitt.

Ein wesentlicher Grund für die Unterschiede: Investitions- und Ausbildungskosten sind Ländersache. Würden alle Bundesländer sie vollständig übernehmen, läge der Eigenanteil im Schnitt um 649 € niedriger.

Und bei einem vorübergehenden Aufenthalt?

Nicht jeder Heimaufenthalt ist dauerhaft geplant: Nach einem Krankenhausaufenthalt oder wenn die pflegende Person ausfällt, greift die zeitlich befristete Kurzzeitpflege. Sie hat eigene Regeln, teilt sich den Jahresbetrag aber mit der Verhinderungspflege — die Details dazu in Kurzzeitpflege: Was sie kostet und wer sie zahlt.

Und die Pflege zu Hause?

Auch daheim ist Pflege nicht umsonst: ambulanter Pflegedienst, Hilfsmittel, Umbauten und vor allem die Zeit von Angehörigen. Die Pflegekasse zahlt hier ebenfalls nur pauschale Beträge (Pflegegeld oder Pflegesachleistungen je Pflegegrad). Die Differenz zu den echten Kosten trägst du auch hier selbst.

Was du tun kannst

Die Kosten sind hoch, aber planbar. Mit einer privaten Pflegevorsorge schließt du die Lücke, sodass im Ernstfall nicht dein Erspartes oder dein Zuhause dafür herangezogen werden müssen. Welche Form dafür in Frage kommt, vergleichen wir in Pflegerente oder Pflegetagegeld?, oder starte deinen Pflege-Check für deine direkte Größenordnung.


So geht’s weiter: Wenn du wissen möchtest, wie hoch dein persönlicher Eigenanteil im Ernstfall wäre, rechnen wir das im Gespräch durch — unverbindlich, ehrlich und ohne Verkaufsdruck.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Leistungen der Pflegekasse Stand 2026; Heimkosten Stand 1. Juli 2026, Bundesdurchschnitt (Quelle: vdek-Auswertung der Pflegesatzvereinbarungen) — regional und je nach Einrichtung abweichend.

Über die Autoren

Jonas Meng

Verfasst von

Jonas Meng

Versicherungsmakler nach § 34d GewO

Unabhängiger Versicherungsmakler mit Zulassung nach § 34d GewO, eingetragen im Vermittlerregister. Spezialisiert auf die private Absicherung der Pflegelücke — ohne Bindung an einen Versicherer.

Robin Werner

Fachlich geprüft von

Robin Werner

Versicherungsmakler nach § 34d GewO

Selbstständiger Versicherungsmakler mit eigener § 34d-Zulassung. Prüft die Ratgeber-Artikel von Pflegevorsorge Deutschland vor Veröffentlichung fachlich.

So geht's weiter

Wie groß ist deine Lücke?

Rechne sie in zwei Minuten selbst durch — oder lass sie uns im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam ansehen. Ehrlich, verständlich und ohne Verkaufsdruck.

Kostenlos anfragen