Wie wahrscheinlich ist Pflegebedürftigkeit? Zahlen nach Alter
Wie hoch ist das Risiko, im Alter pflegebedürftig zu werden? Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes nach Altersgruppen — ehrlich eingeordnet.
Von Jonas Meng · fachlich geprüft von Robin Werner
„Mich wird das schon nicht treffen.” Diesen Gedanken kennen viele, wenn es um Pflege geht. Verständlich — niemand stellt sich gern vor, einmal auf Hilfe angewiesen zu sein. Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie groß das eigene Risiko tatsächlich ist.
Die große Zahl zuerst
Ende 2023 galten in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen als pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung (Stand 2023, Statistisches Bundesamt). Zum Vergleich: 2021 waren es knapp 5,0 Millionen. Das ist ein Anstieg um etwa 15 Prozent in nur zwei Jahren, teils durch den demografischen Wandel, teils durch den weiter gefassten Pflegebegriff seit 2017.
Pflegebedürftigkeit betrifft damit Millionen Familien, und sie trifft sie mitten im Alltag, nicht erst „irgendwann später”.
Das Risiko hängt stark am Alter
Wie steil das Risiko mit dem Alter steigt, zeigt die sogenannte Pflegequote — der Anteil der Pflegebedürftigen an einer Altersgruppe (Stand 2023, Statistisches Bundesamt):
| Altersgruppe | Anteil pflegebedürftig |
|---|---|
| 70–74 Jahre | rund 11 % |
| 85 bis unter 90 Jahre | Männer 47,5 %, Frauen 65,1 % |
| 90 Jahre und älter | rund 87 % |
Mit Anfang 70 ist etwa jeder Neunte betroffen. Zwischen 85 und 90 ist es fast jeder zweite Mann und fast zwei von drei Frauen, und wer die 90 erreicht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Pflege angewiesen.
Was das für eine einzelne Person bedeutet
Diese Quoten sind Momentaufnahmen einer Altersgruppe, keine persönliche Lebenswahrscheinlichkeit. Wie viele Menschen irgendwann im Leben pflegebedürftig werden, zeigt eine andere Zahl: Von den 2024 Verstorbenen waren 85,8 Prozent der Frauen und 72,7 Prozent der Männer vor ihrem Tod pflegebedürftig (BARMER Pflegereport 2025, S. 57).
Besonders betroffen sind Frauen. Sie leben im Schnitt länger und erreichen damit häufiger die Altersgruppen mit den höchsten Pflegequoten. Für die meisten Menschen ist Pflegebedürftigkeit am Lebensende also eher der Normalfall als die Ausnahme.
Was diese Zahlen aber nicht sagen: wie lange und wie schwer. Viele sind nur zeitweise oder in einem niedrigen Pflegegrad betroffen, oft zu Hause. Rund vier von fünf Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, ein großer Teil allein durch Angehörige (Stand 2023, Statistisches Bundesamt). Pflege heißt also nicht automatisch Pflegeheim.
Von der Wahrscheinlichkeit zur Vorsorge
Aus den Zahlen folgt vor allem eine sachliche Frage: Wäre ich (oder meine Familie) finanziell vorbereitet, wenn der wahrscheinliche Fall eintritt? Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt nur einen Zuschuss, nicht die volle Rechnung. Die Differenz — die Pflegelücke — trägt man selbst.
Genau hier setzt private Vorsorge an. Und weil das Risiko mit dem Alter steigt, spielt der Zeitpunkt eine Rolle: Wer früher vorsorgt, zahlt in der Regel weniger und ist gesundheitlich leichter versicherbar. Wann sich der Abschluss lohnt, haben wir in Ab welchem Alter lohnt sich eine Pflegeversicherung? zusammengefasst. Ob sich eine Zusatzversicherung dafür lohnt und für wen eher nicht, steht in unserer Abwägung zur privaten Pflegeversicherung Was Pflege mit deiner Rente und deinem Ersparten machen würde, zeigt dir der Pflege-Check.
So geht’s weiter
Die Zahlen sind eindeutig, aber sie ersetzen keine Einzelfallbetrachtung. Ob und wie du dich absichern solltest, hängt von deinem Alter, deiner Familiensituation und deinem Budget ab. In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir uns das ehrlich an — auch mit dem Hinweis, wenn eine Absicherung für dich wenig bringt.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Die genannten Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis, Pflegestatistik 2023, veröffentlicht 2024) und aus dem BARMER Pflegereport 2025 (Lebenszeitprävalenz, Stand 2024). Statistische Wahrscheinlichkeiten sind kein Urteil über den Einzelfall.
Über die Autoren

Verfasst von
Jonas Meng
Versicherungsmakler nach § 34d GewO
Unabhängiger Versicherungsmakler mit Zulassung nach § 34d GewO, eingetragen im Vermittlerregister. Spezialisiert auf die private Absicherung der Pflegelücke — ohne Bindung an einen Versicherer.

Fachlich geprüft von
Robin Werner
Versicherungsmakler nach § 34d GewO
Selbstständiger Versicherungsmakler mit eigener § 34d-Zulassung. Prüft die Ratgeber-Artikel von Pflegevorsorge Deutschland vor Veröffentlichung fachlich.