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Pflegevorsorge Deutschland
GrundlagenAktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Wie wahrscheinlich ist Pflegebedürftigkeit? Zahlen nach Alter

Wie hoch ist das Risiko, im Alter pflegebedürftig zu werden? Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes nach Altersgruppen — ehrlich eingeordnet.

Von Jonas Meng · fachlich geprüft von Robin Werner

„Mich wird das schon nicht treffen.” Diesen Gedanken kennen viele, wenn es um Pflege geht. Verständlich — niemand stellt sich gern vor, einmal auf Hilfe angewiesen zu sein. Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie groß das eigene Risiko tatsächlich ist.

Die große Zahl zuerst

Ende 2023 galten in Deutschland rund 5,7 Millionen Menschen als pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung (Stand 2023, Statistisches Bundesamt). Zum Vergleich: 2021 waren es knapp 5,0 Millionen. Das ist ein Anstieg um etwa 15 Prozent in nur zwei Jahren, teils durch den demografischen Wandel, teils durch den weiter gefassten Pflegebegriff seit 2017.

Pflegebedürftigkeit betrifft damit Millionen Familien, und sie trifft sie mitten im Alltag, nicht erst „irgendwann später”.

Das Risiko hängt stark am Alter

Wie steil das Risiko mit dem Alter steigt, zeigt die sogenannte Pflegequote — der Anteil der Pflegebedürftigen an einer Altersgruppe (Stand 2023, Statistisches Bundesamt):

AltersgruppeAnteil pflegebedürftig
70–74 Jahrerund 11 %
85 bis unter 90 Jahrerund 59 %
90 Jahre und älterrund 87 %

Mit Anfang 70 ist etwa jeder Neunte betroffen, jenseits der 85 schon mehr als jeder Zweite, und wer die 90 erreicht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Pflege angewiesen. Zum Vergleich: 2003 lag die Quote bei den 85- bis unter 90-Jährigen noch bei knapp 40 Prozent, sie ist über zwanzig Jahre also deutlich gestiegen.

Was das für eine einzelne Person bedeutet

Diese Quoten sind Momentaufnahmen einer Altersgruppe, keine persönliche Lebenswahrscheinlichkeit. Über ein ganzes Leben gerechnet ist das Risiko, irgendwann pflegebedürftig zu werden, sogar höher als jede einzelne Altersquote, einfach weil man die Jahre nacheinander durchläuft.

Besonders betroffen sind Frauen. Sie leben im Schnitt länger und erreichen damit häufiger die Altersgruppen mit den höchsten Pflegequoten. Für die meisten Menschen, die ein hohes Alter erreichen, ist Pflegebedürftigkeit deshalb eher der Normalfall als die Ausnahme.

Was diese Zahlen aber nicht sagen: wie lange und wie schwer. Viele sind nur zeitweise oder in einem niedrigen Pflegegrad betroffen, oft zu Hause. Ende 2023 wurden rund 86 Prozent aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, ein großer Teil allein durch Angehörige (Stand 2023, Statistisches Bundesamt). Pflege heißt also nicht automatisch Pflegeheim.

Von der Wahrscheinlichkeit zur Vorsorge

Aus den Zahlen folgt vor allem eine sachliche Frage: Wäre ich (oder meine Familie) finanziell vorbereitet, wenn der wahrscheinliche Fall eintritt? Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt nur einen Zuschuss, nicht die volle Rechnung. Die Differenz — die Pflegelücke — trägt man selbst.

Genau hier setzt private Vorsorge an. Und weil das Risiko mit dem Alter steigt, spielt der Zeitpunkt eine Rolle: Wer früher vorsorgt, zahlt in der Regel weniger und ist gesundheitlich leichter versicherbar. Wann sich der Abschluss lohnt, haben wir in Ab welchem Alter lohnt sich eine Pflegeversicherung? zusammengefasst. Deine persönliche Lücke kannst du in zwei Minuten nachrechnen.

So geht’s weiter

Die Zahlen sind eindeutig, aber sie ersetzen keine Einzelfallbetrachtung. Ob und wie du dich absichern solltest, hängt von deinem Alter, deiner Familiensituation und deinem Budget ab. In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir uns das ehrlich an — auch mit dem Hinweis, wenn eine Absicherung für dich wenig bringt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Die genannten Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis, Pflegestatistik 2023, veröffentlicht 2024). Statistische Wahrscheinlichkeiten sind kein Urteil über den Einzelfall.

Über die Autoren

Jonas Meng

Verfasst von

Jonas Meng

Versicherungsmakler nach § 34d GewO

Unabhängiger Versicherungsmakler mit Zulassung nach § 34d GewO, eingetragen im Vermittlerregister. Spezialisiert auf die private Absicherung der Pflegelücke — ohne Bindung an einen Versicherer.

Robin Werner

Fachlich geprüft von

Robin Werner

Versicherungsmakler nach § 34d GewO

Selbstständiger Versicherungsmakler mit eigener § 34d-Zulassung. Prüft die Ratgeber-Artikel von Pflegevorsorge Deutschland vor Veröffentlichung fachlich.

So geht's weiter

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